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Kinderaugen

Ein Familienbild ist mein Schreibtisch-Hintergrund auf dem Arbeits-PC. Schnell gemacht, aus der Situation heraus auf der Treppe. Alle Kinder sind drauf. Ständig verschiebe ich die angezeigten Fenster. Suche ein neues Gesicht, erinnere mich glücklich an diese Momente des stillen Glücks. Ein Augenpaar drängelt sich immer dazwischen: Hanna. Am Rand ist sie fast den ganzen Tag bei mir. Eindrückliches Erlebnis. Und Glück pur. Danke dafür. In Liebe für meine Familie, die Neue. Die einstige Familie vermisse ich schmerzhaft oft. Doch ist alles so schnell und sicherlich auch falsch gelaufen. Bei mir, bei Ihnen. Was bleibt ist die Sehnsucht... und die offene Tür. Erstaunlich eigentlich, man muss sein Herz nicht teilen, es wird einfach w e i t e r .

Die Ferienreise

Die Fahrt durch die Nacht die Gedanken rasen schnell wie die Reifen auf der Autobahn überwinden grosse Strecken doch führen sie zum Ziel Kilometer um Kilometer näher zur Familie für Stunden nur doch mit Ihnen zusammen die erwachsenen Kinder im Arm die Enkel auf den Knien erleben Vorfreude auf die Wellen die Ostsee, kühl und laut pfeifend und fröstelnd der Wind Kies und Miesmuscheln an den Füssen Sand auf der Haut Ruhe Dann kommt die Heimfahrt daheim noch schnell vorbei die Zeit drängt die Arbeit droht mit Arbeit Verkehr fordert Aufmerksamkeit ...und doch ist sie im Herzen: die schönen Zeit mit Dir die bewegenden Momente mit der Familie die Umarmung mit der Mutter

Aus später (Ein-)Sicht

Manchmal frage ich mich, ob ich heute in einigen Situationen anders entscheiden würde. Meine Mutter nannte es Alters-Weisheit. Nun es gibt da schon einiges, was ich heute entspannter sehe. Wo das Aufregen kaum Sinn macht, wo viel Energie verpufft ist. Und Anderes, wo ich falsch entschieden habe. Sicherlich lässt sich nichts umkehren. Wozu auch? Das Leben ist, wie es ist. Und was geschah, ist passiert. Ob es gut oder schlecht jeweils war, ist sicherlich diskutierbar. Aber zu ändern? Nein, es ist wie es ist. Was es auf alle Fälle heute ist: entspannter, doch auch nachdenklicher, ruhiger, teils aufregender. Und doch: es bleibt mein Leben. Ich denke oft sicherlich zuviel über Alles-und-Jedes nach. Doch fange ich an, wieder die einfachen Dinge zu mögen. Immer Up-to-Date sein, jede Headline der Medien zu kommentieren und ständig seine Meinung kundzutun - wird immer weniger wichtig. Diese Art des "Bereitschaft-Dienstes" und des "Welt-Rettens" nahm überhand. Deshalb sche...

wenn ich Dich seh'

Deine Augen haben die Punkte und Farben einer Galaxie. Jedes für sich eine Reise in die Unendlichkeit . Deine winzigen Fältchen zeigen Freude und Ärger. Doch vorallem Liebe, Freundlichkeit und Erfahrung. Deine Bewegungen sind weich und fliessend, meine tanzende Ballerina . Aber auch Deine rauhe, manchmal polternde Seite liebe ich an Dir. Du braust durch mein Leben, hast es auf die Füsse gestellt ohne das Fliegen und Träumen einzudämmen. Bist eine Zauberin für meine Seele. Wenn ich Dich beschreiben sollte wäre es nie vollständig, denn Du bist jeden Tag neu, besonders, anders, perfekt .

Meine Gedanken fliegen weg

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Eigentlich ist es ja nicht schlimm, wenn man mal was vergisst. Einen Namen, einen Begriff, ein Ereignis. Das kommt schon mal vor. Jeder hat sicherlich mal was vergessen. Mal ist ein Lacher, mal ein kleines Ärgernis für die anderen, für einen selber eher meist peinlich. Richtig schlimm ist es aber, wenn man es selber feststellt, um jedes einzelne Wort ringt, es sucht im Kopf - und da ist nichts als Leere. Wenn man beispielsweise Spielkarten zählt und im Anschluss nicht mehr weiss wie viele es waren. Und verzweifelt zählt man ein zweites, ein drittes, ein viertes Mal. Jedes Mal das selbe Ergebnis: Nichts. Oder ein anderes Beispiel: Ich bin in einer Unterhaltung mit meiner Familie, höre interessiert zu und weiss im selben Augenblick nicht mehr worum es geht. Erstaunt wird man von seinem Umfeld - im ersten Moment verärgert - angeschaut und als unkonzentriert und abwesend beschrieben. Das war ich aber nicht. Ich bin mir sicher, ich habe sehr aufmerksam zugehört, aber da war es wieder, d...

phone-E-thik

Ein alter Mann mit Glatze schaut in der Bahn erwartungsvoll auf sein Smartphone. Eine junge Frau wippt mit Kopfhören und geschlossenen Augen, die Musik von ihrem Smartphone. Ein wild aussehender junger Mann, mit Lederjacke und Tatoos tippt hektisch auf seinem Smartphone. Ein brav ausschauender, offensichtlicher Schüler lächelt beim Chatten mit seinem Smartphone. Ein anderer, modern gekleideter Anzugträger wippt mit dem Fuss zur Musik von seinem Smartphone. Eine müde Frau liest angespannt einen Text (ein Buch?) auf ihrem Smartphone. Ein kleines Kind ist ganz still und spielt tiefversunken mit Mutters Smartphone. Die Bahn bremst scharf und einer greift hektisch nach seinem Smartphone. Der alte Mann mit Glatze schaut in der Bahn nachdenklich die weissen Berge im Süden von Zürich an.

der erste Mai

Der 1. Mai - Kampf- und Feiertag der Arbeiterklasse. Naja, so revolutionär es mal klang in der DDR ist es wohl doch heute eher ein Tag für das Ausruhen von der Arbeit als ein Tag der Arbeit. Und doch haben wir viel zutun. Weniger das Feiern steht im Vordergrund als die eigene Buchhaltung und etwas aufräumen. Und halt ausruhen. Nunja, es ist schon irgendwie ironisch am Tag der Arbeit ausgerechnet nicht auf Arbeit zu sein. Gut, es geht wohl in der grossen und kleinen Politik um die Erinnerung und das Bekunden von Rechten der Arbeiter. Doch wenn man genau schaut, ist das oft nur noch eine Selbstinzenierung Einzelner. Die Menge, denke ich, ist wohl eher weniger in Kampfeslaune (die randalierenden und verwöhnten Spinner mal ausgenommen) und geniesst die Erholung mal so ganz privat. Nun, man sollte aber nicht vergessen, dass dieser Tag symbolisch für eine erneuerte Zeit steht, dass viele uns zur Gewohnheit gewordenen Rechte, erstritten werden mussten. Diese zu erhalten sollte das Ziel sein. ...